Simon Weller



Bongani Lubisi


Minda Lorando


Delfin Seriano Jr.


Oscar Olivera


Rosa de Turpo


Joseph E. Stiglitz


Brighton, Großbritannien
Der Zug nach Nirgendwo

Simon Weller

Der 37-jährige Lokführer, überzeugte Gewerkschafter und Motorrad-Liebhaber kann keinen Frieden mit der Privatisierung der Britischen Bahn schließen, die vor der Privatisierung das effizienteste Bahnunternehmen Europas war.

Die ehemals staatliche BRITISH RAIL ist 1997 an mehr als 150 unterschiedliche private Firmen verkauft worden, die untereinander konkurrieren und damit für günstigere Preise und besseren Service sorgen sollten. Leider wurde damals nur unzureichend geregelt, wer für den Erhalt des Streckennetzes, Investitionen in die Sicherheit oder auch nur den Abgleich von Fahrplänen untereinander verantwortlich sein sollte, so dass es zu zahlreichen tragischen Zugunglücken kam.

„Die Banken und Finanzmärkte haben kurzfristig profitiert. Sie haben Geld von der Regierung geschenkt bekommen. Wer hat verloren? Langfristig gesehen haben wir alle verloren - die Gesellschaft. Wir Bürger haben zugelassen, dass sich, allein für den kurzfristigen Profit einiger Banken und Konzerne, der Zustand der Bahn sowie sämtliche Serviceleistungen drastisch verschlechtert und verteuert haben. Ein Ticket von einer Ecke des Landes in die andere zu lösen, ist ein logistischer Albtraum. Die Menschen glaubten an den Mythos der Privatisierung und wurden in den letzten Jahren auf so traurige Weise eines Besseren belehrt.“

Die Ironie der Geschichte: Ein Hauptgrund für die Privatisierung der britischen Eisenbahn war die Steigerung der Effizienz und die Verminderung der staatlichen Subventionen. Beide Ziele wurden verfehlt. Schlimmer noch: Die britische Eisenbahn wird heute nach der Privatisierung mit mehr als doppelt so vielen Steuergeldern subventioniert als vor der Privatisierung.